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Zion oder nicht Zion

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Inzwischen verbrinden wir den zweiten Tag nahe des Zion National Parks. Es ist einfach wunderbar hier. Wir haben uns in Las Vegas ein Wohnmobil ausgeliehen und sind damit bis hierher gefahren. Die Fahrt war etwas länger als gedacht, ungefähr 4 Stunden.

Im Zion Nationalpark gibt es zwei Campingplätze und verschiedene Lodges die Zimmer anbieten. Für die Sommermonate sind die Zimmer/Plätze die reservierbar sind schon Monate im Voraus ausgebucht. Es gibt allerdings einen Campingplatz der keine Reservierungen akzeptiert und in der Regel am frühen Nachmittag erst voll wird.

Man kann mit dem eigenen Auto in den Park fahren. Das ist allerings eigentlich nicht notwendig, siehe weiter unten. Wenn man allerdings der Route Nr. 9 Richtung Bryce Canyon folgen will (was der kürzeste Weg von Zion Canyon aus ist) muss man einen Tunnel nutzen, der eine Berschränkung für die Fahrzeuggröße hat. Wenn man ein Wohnmobil fährt ist man ziemlich sicher über die maximale Größe und man braucht eine “Escorte” durch den Tunnel, was 15 $ kostet und im Sommer von 8:00 - 20:00 Uhr möglich ist. Heute sind wir durch den Tunnel gefahren. Das hat sich definitiv gelohnt, weil man auf der anderen Seite nochmal eine ganz andere Version von Zion erlebt.

Wir sind mit unserem Wohnmobil auf dem Campingplatz der am nächsten am Südeingang des Zion National Parks ist. Er ist vielleicht 10 Fußminuten vom Haupteingang/Visitor Center entfernt. Außerdem fährt ein kostenloses Shuttle ab 5:45 Uhr morgens bis 10:30 Uhr abends. Der Campingplatz liegt in Springdale. Die Stadt bietet außerdem noch viele Hotels/Motels. Es gibt einige Souvenirgeschäfte und nette bis sehr gute Restaurants. Unser Campingplatz (RV Park) liegt im Schatten einer Bergkette, es fließt ein kleiner Fluß am unteren Ende an den Zelten vorbei. Wenn man sich in die Lobby setzt bekommt man das Internet des nächsten Hotels, manchmal gibts sogar welches im Wohnwagen :). Es ist einfach wunderbar.

Der Hauptteil des Parks ist der Zion Canyon. Er bietet verschiedene Wanderrouten an. Die meisten davon sind nicht vom Parkeingang aus zu erreichen, aber auch im Park gibt es ein gutes, freies Shuttlebussystem (mit Gas betrieben), dessen Busse im Sommer von 7:00 bis 22:00 Uhr alle 6 - 10 Minuten fahren und einen weiter ins Innere des Tals bringen. Von den verschiedenen Haltestellen beginnen die Wanderrouten. Es ist in allen Schwierigkeitsgraden etwas dabei. Die kürzeren Routen bzw der Anfang vieler Routen ist sehr (zu?) gut ausgebaut, im Prinzip asphaltierte Wege, einige sind sogar für Rollstühle geeignet.

Am ersten Tag haben wir eine kleine Route ausprobiert, die am Ende des Tals liegt. Der Riversidewalk ist sehr gut ausgebaut und führt am Rand des Virgin Rivers entlang, der nebenbei bemerkt für den größten Teil der Formen des Parks verantwortlich ist. Schwer zu glauben, wenn man die Felsmassen und daneben das schüchterne Rinnsal sieht. Am Ende des ausgebauten Weges sieht man viele Wanderer, mit speziellen wassergeeigneten (oder auch nicht) Schuhen im Flußbett weiter wandern. Das ist laut einem freundlichen Wanderkollegen das Beste, was man hier im Park machen kann. Der Canyon wird an dieser Stelle sehr schmal, so dass kein Platz mehr für einen Wanderweg neben dem Fluß ist. Man kann den Canyon noch ein ganzen Stück bis zu einem Wasserfall hinaufwandern und das Erlebnis muss wohl einzigartig sein. Es haben sich inzwischen verschiedene Anbieter auf Touren und Leihequipment für diesen Sport spezialisiert und bieten auch Canyoning(hier Canyoneering genannt)-Touren oder Verleih an. Man kann den Fluß wohl auch von der Quelle (Kolob) aus durchqueren und im Zion Canyon enden.

Heute haben wir die Route zu Angels Landing genommen. Viele der ersten Besucher des Parks waren sehr religiös und deshalb findet man neben dem genannten auch die drei großen Felswände Abraham, Isaac und Jacob. Der Weg zu Angels Landing fängt steil, aber sehr gut ausgebaut an. Nach ca 2 Meilen befindet man sich auf einem Plateau, von dem man schon einen sehr schönen Ausblick genießen kann. Die letzten 0.5 Meilen führen nun über einen teilweise wirklich schmalen Grat bis zum eigentlichen Angels Landing Plateau. Vor diesem Teil wird gewarnt, wenn man Probleme mit Höhen hat, da der Weg teilweise sehr schmal neben dem Abgrund entlang führt. An den wichtigen Stellen sind Ketten zum Festhalten angebracht worden, es ist also möglich. Wir sind nicht ganz bis zum Ende des letzten Teils gegangen, da ich nur eine gewissen Menge an Höhe ertragen kann. Schon der Weg bis dahin hat sich sehr gelohnt. Die Aussicht, teilweise Bergabsicht ist toll, allerdings ist es stellenweise wirklich gefährlich, wenn man nicht 100%ig aufpasst. Mit Kindern würde ich den Weg nie empfehlen! Wer ihn sich zutraut, wird die Aussicht sehr genießen können.

Zion Canyon ist Teil des Colorado Plateaus welches durch Ablagerung von Sand und Sediment einer früheren Wüste entstanden ist. Der Teil des Zion National Parks war Teil einer Landerhebung und seit dem hat sich der Virgin River seinen weg durch das Gestein gebahnt, und die unglaublichen Formen entstehen lassen. Das Gestein ist (teilweise roter) Sandstein (Navajo Sandstein) und erinnert in den Formen an vielen Stellen an das Elbsandsteingebirge. Allerdings ist hier alles viel größer und wie gesagt, farblich sehr viel vielfältiger.

Tagsüber kann es hier im Canyon sehr heiß werden. Bis zu 36°C sind hier normal. Extreme liegen noch darüber. Allerdings kühlt es nachts auch auf kalte 5°C ab, so dass wir in der ersten Nacht doch fröstelnd verwundert waren. Wüste eben. Da die Shuttelbusse so früh schon fahren ist es allerdings kein Problem die Wanderungen gegen 12:00 Uhr abgeschlossen zu haben, und dann die heißesten Stunden bei einem kühlen Eis etwas zu pausieren.

Die Parkranger bieten verschiedene Veranstaltungen an. Es gibt täglich kurze Vorträge, geführte Wanderungen zu bestimmten Themen und begleitete Shuttletouren.

Wir sind wirklich sehr begeistert vom Zion National Park. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.

Bilder gibt es sobald die Internetleitung wieder etwas dicker wird. Man darf
gespannt sein!

San Francisco

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Ich habe mein Praktikum erfolgreich beendet und nun die Westküste erreicht.
Ich bin im Moment in San Francisco. Das Adelaide Hostel ist zu empfehlen. Es liegt auf der Taylor Street die an der Kreuzung mit der Market Street wohl das Zentrum der Obdachlosengemeinde in San Francisco ist. Man kann das als interessanten Aspekt der Offenheit Friscos für Subkulturen sehen, oder einfach erschreckend finden. Überall riecht es nach Urin, von Drogen verkaufen bis injizieren kann man alles auf offener Straße erleben und wohl fühlt man sich defintiv nicht, wenn es abend wird.
Geht man allerdings in die andere Richtung (Norden) sieht alles ganz anders aus. Da gibt es die berühmten Cable Cars und die schönen, aber echt anstrengenden Hügel von San Francisco. Mit einem Fahrrad ist die Stadt wunderbar zu erkunden, da es bis zur Golden Gate Brücke ein ganzes Stück ist, eine effiziente Idee.
Es ist überraschend kalt hier. Durch den Wind vom Meer und die Bay wird San Francisco wohl immer recht kühl gehalten. Ein bisschen weiter landeinwärts soll das wohl schon anders sein. Ich werde berichten.

Erste Fotos gibt es hier.

Poconos Mountains

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Entschuldigung: Ich moechte mich hiermit mal beim geneigten Leser entschuldigen, dass ich meinen Blog nur so “nachtragend” fuehre. Ich gelobige Besserung. Es werde noch ein paar Retrospektiven kommen.

Zum Thema: Ungefaehr 1.5 Stunden mit dem Auto von uns entfernt beginnen die Poconos
Mountains
die hier als Urlaubziel bekannt und beliebt sind. Wir haben von Kollegen verschiedene Empfehlungen bekommen und geschafft da ein wenig Zeit zu verbringen.

Im Winter hatten wir bereits einen ersten Eindruck bei Skilaufen auf dem Jack Frost und Big Boulder bekommen. Aber auch im Sommer haben die “Berge” (821 m, hoeher wirds nicht) viel zu bieten, was sich der Amerikaner als Entspannung gefallen laesst. Wandern, Radfahren, Wildwasser Rafting, Paintball, Gluecksspiel und Schieszen sind nur einige der moeglichen Aktivitaeten.

Rafting: Veranstaltungen dieser Art sind ziemlich gut durchorganisiert und fuer einen groszen Durchsatz an Menschen pro Tag konzipiert. Das muss dem Spasz allerdings keinen Abbruch tun. Wir haben uns mit den Whitewater Challengers
in die Fluten gestuerzt und hatten ziemlich viel Spasz. Der Lehigh River fuehrt im Sommer normalerweise nicht zuviel Wasser. Allerdings existiert ein Damm oberhalb des Flusses, der als Wasserspeicher genutzt wird und an bestimmten Wochenenden abgelassen wird. Wir haben so ein Wochenende abgepasst und die Wassermenge war definitiv akzeptabel. 6 Personen pro
Boot und eine Strecke von ca 4 Stunden sind schon ein gutes Erlebnis. Allerdings vermuten wir, dass ohne Oeffnung des Staudamms der Flusz ein ganz schoen trauriges kleines Rinnsaal ist. Insgesamt kann man sagen, dass ein Flusz der Klasse 2 mit Stromschnellen der Klasse 3 nett ist. Wenn man eine richtige Herausforderung sucht, sollte man jedoch nicht unter Klasse 4 anfangen.

Wandern: Der Knueller und von den meisten Kennern empfohlen sind die Bushkill Falls. Das Niagara in Pennsylvania, wie man oft lesen kann. Das ist ein umzaeunter Park, fuer den Eintritt (9$ pro Erwachsenem) verlangt wird, der allerdings tatsaechlich sehr schoene Wanderstrecken (nicht sehr schwierig und leider gar nicht sehr lang) bietet. Auf der laengsten Strecke waren wir ca 1.5 Stunden unterwegs. Nun ja.
Wenn man etwas weiter wandern moechte fuehrt der beruehmte Appalachian Trail auch durch Pennsylvania/New Jersey. Es gibt viele Stellen an denen man loslaufen kann. Insgesamt ist er wohl 2000 Meilen lang. Leider hat an dieser Stelle das erste Mal das Wetter unsere Plaene durchkreuzt.

Biking: Leider hat uns das Wetter fuer diesen Tagesordnungspunkt einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es gibt allerdings viele Gelegenheiten Raeder auszuleihen und sich sogar zu einer netten Strecke shutteln zu lassen.

Unterkunft: Wir haben uns fuer das Wochenende ein Haus gemietet. Es gibt sehr viele Angebote fuer groeszere Gruppen und bei 10 Personen wird das dann auch zu einem kosteneffizienten Spasz. Die Haeuser sind meistens ziemlich komfortabel ausgestattet. Wir hatten drei Fernseher, ordentliches Internet, einen pompoesen Grill und einen sehr entspannenden Jacuzzi. Tiere aus dem Wald (bestaetigt: Rehe, nicht bestaetigt: Baeren) kommen gelegentlich beim Fruehstueck mal vorbei schauen. Die Gegend ist in der Regel ruhig und kann sehr weiterempfohlen werden.

Bilder zum Thema sind hier zu finden.

Update: Denise hat noch einige Bilder vom Raften online gestellt. Die findet man hier.

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Boston: Viel Gutes haben wir schon im Vorhinein von den anderen Interns gehört. Auch mein Trainer hatte mir ein sehr positives Bild von Boston vermittelt.
Leider hat es den ganzen Freitag, unserem Anreisetag, heftig geregnet, was das Vorwärtskommen nicht immer leicht gemacht hat. Abends haben wir noch eine kurze Runde in Boston gedreht und eine sehr nette, klein wirkende Stadt kennen gelernt. Irgendwann ist uns dann aufgefallen, das Boston City Center vor allem so beschaulich wirkt, weil die Skyskraper ab dem 6. Stock im Nebel verschwunden waren.
Der Samstag war (sehr) kalt, windig, aber schön sonnig. Wir haben natürlich mit dem Freedomtrail begonnen, welcher praktischerweise eine rote Linie durch die ganze Stadt ist, die an allen wichigen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. Man sieht alte Rathäuser, Kirchen und Friedhöfe. Außerdem lernt man den denkwürdigen Ort des Boston Massacre kennen. Selbstverständlich ist jeder Tote einer zuviel, es war jedoch überraschend zu erfahren, dass bei besagtem Massaker insgesamt 5 Menschen ums Leben gekommen sind.
Da berühmte Anfass-”Science Museum” haben wir uns mit leider viel zu wenig Zeit auch noch schnell angeschaut. Wenn man in der Schule aufgepasst hat, ist man nicht in jedem Raum total aus den Latschen gekippt, aber es gab doch ein paar sehr interessante Themen.
Abends haben wir noch ein italienisches Restaurant besucht. Die gibt es erfreulicherweise zu Hauf im Bostoner North End, da viele der Einwanderer aus Italien in die Stadt kamen. Ich muss leider sagen, dass wir mit gemischten Gefühlen da wieder rausgegangen sind, da unsere Hühnchengerichte mit einem völlig unpassenden Teller Pasta mit Tomatensauce kamen und die Portionen Tortellini so klein waren, dass man an satt werden nicht so richtig denken konnte. Die Atmosphäre hat mir jedoch sehr gut gefallen. Kleines Familienrestaurant mit wenig Platz.
Unser Sonntag sollte nun der höheren Bildung und dem Super Bowl gewidmet sein. Wir haben nach Princeton zwei weitere Vertreter der Ivy League, der Gruppe der höchsten Bildungseinrichtungen der USA, besuchen können. Interessanterweise liegen sowohl die Havard University als auch das berühmte Massachusetts Institute of Technology (MIT) in dem Boston vorgelagerten kleinen Ort Cambridge. Havard war eine Enttäuschung. Für die älteste Universität in den vereinigten Staaten sahen die Gebäude ziemlich nach Industriestil aus. Schön war es nicht, leer war es und irgendwie verstreut. Das MIT hatte schon ein etwas schöneres Hauptgebäude zu bieten und ein definitiv interessantes MIT Museum. Die richtig angenehme, einladende Atmosphäre haben wir dennoch vermisst.
Am Sonntag Abend sollte es nun soweit sein und das größte Ereignis im US-amerikanischen Kalender sollte endlich stattfinden. Der Superbowl. Nach Deutschland ist ja mindestens der Zwischenfall mit Janet Jackson im Jahr 2004 gedrungen. Straßen würden leer gefegt sein, kein Mensch weit und breit und jeder Amerikaner würde selbstverständlich mit seinem Lieblingsteam fiebern. Nun sollten dieses Jahr die New England Patriots (Boston) gegen die New York Giants spielen. Man kann sich vorstellen, dass für uns die Entscheidung (wir leben ja quasi in New York :), befanden uns aber in Boston) wen wir unterstützen sollten, nicht die leichteste gewesen ist.
Da wir ca 5 Stunden für unseren Rückweg schätzten, kamen wir auf die Idee auch noch die Yale University zu besuchen, um da den Superbowl zu schaun und einen etwas kürzeren Heimweg zu haben. Wir erreichten die Universität in der Abenddämmerung und waren sofort ziemlich begeistert. Die Gebäude sahen sehr schön aus. Es wirkte einladend, es waren Studenten unterwegs, es war einfach angenehm. Wir haben nach der Yale Law School gefragt und wollten einen kurzen Blick reinwerfen. Nun muss man seinen Ausweis zeigen um da reinzukommen. Der Wachmann wollte natürlich wissen wer wir sind. Auf die Antwort hin wir seien Touristen aus dem fernen Deutschland und wollten mal einen kurzen Blick in das Gebäude werfen, fing der freundliche Herr an uns eine kleine Privattour durch das schicke Gebäude zu geben. Die schloss die edlen Studierzimmer (mit großen Ledersofas) und der sehr schoene Bibliothek mit ein, in der die Hillary nach langen Blickwechseln den Bill dann irgendwann angesprochen haben soll (beide haben jetzt den gleichen Nachnamen: Clinton). Außerdem durften wir uns in einen Hörsaal setzen, und er hat uns (wiederholt) erklärt wie dieser eine Typ hieß, der neulich erst 5 Mio Dollar für Yale gespendet hat. Von ihm hing ein Gemälde in einem der Hörsäle. Außerdem hatte der freundliche Herr noch einen anderen Schwank auf Lager. Er hatte mal eine Zeit lang für einen Deutschen gearbeitet. Das wäre auch alles wunderbar gewesen. Der Deutsche hatte allerdings noch einen anderen Angestellten, einen Juden. Und wie das funktionieren könne, habe er sich nicht erklären können. Nun ja, wir haben es ihm, obwohl versucht(!), auch nicht erklären können. Oder er es nicht verstehen. Na gut, freundlich war er.
Es war nun dunkel und Zeit für den Superbowl. Wir haben einige der vorbeilaufenden Studenten nach einer guten Lokalität für das Vergnügen gefragt. Irgendwie leicht verwundert haben sie uns Auskunft gegeben. Das hat uns noch nicht stutzig gemacht. Als wird dann vor dem Fenster des ersten Restaurant standen, wollten wir unseren Augen nicht trauen, und taten es auch erstmal nicht. Der Fernseher lief, zeigte das Spiel und niemand - in Worten: NIEMAND - schaute hin! Alles für einen bösen Traum haltend, wollten wir es im Stadtzentrum probieren. Drei vorbeilaufende Yale Footballspieler (das Spiel lief schon), konnten uns leider auch überhaupt nicht weiterhelfen. Nachdem uns das Navi dann ungefähr zu unserem ursprünglichen Parkplatz zurückgebracht hatte, wir waren also schon im Zentrum, stiegen wir aus um die nahegelegenen Pubs zu begutachten. So langsam wurde uns klar, dass wir noch nicht alles über den Superbowl wussten: in Yale (New Haven) interessiert den nämlich keine Sau. Wir haben uns dann in die Kneipe mit der größten Leinwand gesetzt und versucht von den 10 Zuschauern etwas Stimmung zu erfühlen. Relativ erfolglos. Als dann in der Halbzeitpause Tom Petty mit den Heartbreakers für Unterhaltung sorgte, verließen wir (teilweise auch davon) enttäuscht das Lokal und traten die Heimreise an. Mit der Enttäuschung das größte Sportereignis des Jahres, so knapp verpasst zu haben, denn in New York oder Boston wäre es sehr emotional gewesen, mussten wir diesen Ausflug beenden.
Zum zweiten Teil der Überschrift: glücklicherweise gibt es für Menschen die sich Feiertage nicht vermerken noch Google. Die freundliche Seite teilte mir letzte Woche mit, dass chinesisches Neujahr ist. Die damit verbundenen Umzüge wollte ich schon eine Weile einmal in echt sehen, und neben China ist Chinatown in New York vermutlich der zweitbeste Ort dafür. Leider lag das Fest mitten in der Woche weshalb wir uns zu einem Besuch in Chinatown Philadelphia entschlossen. Was wir kleiner, aber immerhin orginal sein würde, wie wir hofften. Nun konnt man im Internet lesen, dass die Parade am 07.02.2008 um 12.00am stattfinden sollte. Erste Schwierigkeit, was heißt denn nun 12.00 am. Nun gut, kann man rausfinden, das ist Mitternacht, 12:00 pm is entsprechend Mittag. Hoch motiviert, bereit uns die Nacht von Feuerwerkskörpern um die Ohren haun zu lassen, fuhren wir nach Chinatown Philly. Es war einfach einen Parkplatz zu bekommen. Leider waren die Straßen um halb zwölf noch sehr leer. Das wurde auch 5 vor zwölf nicht besser. Leicht beunruhigt fragten wir den Besitzer einer am Wege gelegenen Brathuhnverkaufseinrichtung, der uns aufgeregt erzählte, dass die chinesischen Mitbürger am Abend vorher bei ihrer Parade die halbe Stadt in die Luft gesprengt hätten. Nun ja, also die Frage zu welchem Tag das 12.00am gehört, hatten wir uns nicht gestellt. Hätten wir mal …
Heute haben wir uns dann nach New York aufgemacht um den Drachenumzug anzuschauen, der um 12 Uhr mittags veranstaltet wurde. Diesmal hat auch alles geklappt. Leider im Prinzip kein Feuerwerk. Die Wagen waren größtenteils etwas befremdlich. Sowohl ein NaMenhaftes sChnelless-Restaurant hatte Da einen Wagen, als auch eine Krankenversicherung, eine Autoversicherung und ein Mobilfunkanbieter. Der einzige Wagen mit etwas Bezug war der eines chinesischen Restaurants. Dazwischen liefen verschiedene Drachentanzschulen, und das war dann auch der interessante Teil des Umzugs. Begleitet von reichlich lautem Schlagwerk haben sie gemacht, was Drachen eben bei Umzügen dieser Art tun. Zwischen all diesen Teilnehmern liefen immer wieder mehr oder weniger seltsam anmutende Vereinigungen, die der Freundschaft der chinesischen Arbeiter und denen in den USA gewidmet waren, oder Projekte für Rentner in NYC unterstützten. Alles in allem hat sich dieser Besuch endlich gelohnt, wobei ich beim nächsten Mal doch versuchen würde zur richtigen Mitternacht vor Ort zu sein.
Allen Lesern ein gesundes neues Jahr der Ratte.
Bilder gibts auch.

Diesmal richtig: Las Vegas.

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Las Vegas ist schon beim Flug buchen ein Erlebnis. Eine Hochzeit für 217$ pro Paar kann man gleich mit anklicken, 254$ kostet sie mit Elvis! Beim Hinfliegen ist es auch gut, liegt nur in einer anderen Zeitzone als Malvern ..
Am ersten Tag haben wir gleich mal Las Vegas verlassen, um uns den Hoover Dam und die Landschaft um die Stadt anzuschauen. Eigentlich ist außerhalb von Las Vegas nur Wüste. Ausnahme ist der Lake Mead, der durch den Hoover Dam angestaut wird. Die Landschaft wirkt sehr unwirklich. Lake Mead ist groß genug um darauf Boot zu fahren. Es gibt mindestens drei Yachthäfen. Eine super Vorstellung mitten in der Wüste auch noch JetSki fahren zu können. Es stehen viele Yachten rum. Für den Las Vega(s)ner (oder wie auch immer) von Welt scheint ein Boot dazu zu gehören.
Der zweite Tag war der 31.12. und wir haben uns ein wenig in Las Vegas umgesehen. Die Hotelcasinos sind alle beeindruckend. Riesige Gebäude und alles ist darauf ausgelegt, dass man möglichst einfach viel Geld da lässt. Viel Geld verlieren geht auch ziemlich schnell. Oder sogar schnell verdammt viel, da es auch “high minimum”-Tische gibt, an denen der mindesteinsatz beim Black Jack zum Beispiel 500$ beträgt. Es gibt tatsächlich immer Leute die da spielen. Insgesamt sahen die Casinos deutlich besser aus, als damals in Atlantic City.
Für den Abend hatten wir Tickets für eine Party mit den Bangles gekauft. Die sollte in der Fremont Street Experience stattfinden. Downtown Las Vegas. Klingt natürlich super, leider muss man wissen, dass Downtown Las Vegas das alte Stadtzentrum ist. Das Publikum war eher seltsam. Die Casinos da sind unglaublich heruntergekommen, schlimmer als in Atlantic City. Das glaubt man wirklich nicht. Das war uns sehr unangenehm und nachdem die Bangles um 10:30 Uhr fertig waren, haben wir uns ein Taxi genommen und auf die Doobie Brothers verzichtet. Der Strip im richtigen Zentrum von Las Vegas war dann gefüllt mit “normalen” Menschen. Um Mitternacht gab es synchronisiertes Feuerwerk von 7 der großen Casinos und wir haben drei davon gesehen. Nach dem Feuerwerk haben wir keine andere Party mehr gesucht, sondern langsam den Heimweg angetreten, da wir am nächsten Morgen zeitig aufbrechen wollten.
Wir hatten 5 Stunden Fahrt vor uns, denn so weit ist der Grand Canyon von Las Vegas entfernt. Im Grunde gibt es auf dem Weg hauptsächlich Wüste. Auch weit entfernt zwischen zwei Orten sieht man gelegentlich Wohnwagen oder Häuser mitten im Nichts. Man wird da auf alle Fälle nicht oft gestört!
Ich hatte mir den Wetterbericht von Las Vegas und dem Grand Canyon vorher angeschaut. Es sollte nicht so richtig warm werden. Das es allerdings so kalt würde, hätte ich nicht geadacht. In Vegas war es in der Sonne sehr warm, ohne Jacke und so. Sobald die Sonne untergegangen war wurde es kalt. Am Grand Canyon jedoch war es so kalt, dass wir jeweils 10 Fotos machen konnten und dann zurück ins Auto mussten um nicht fest zu frieren. Man glaubt es vielleicht nicht, aber am Nordrand des Tals fallen jährlich ca 5 Meter Schnee. Wir waren am Südrand, wo Schnee seltener jedoch nicht ausgeschlossen ist. Im Ganzen erstreckt sich der Canyon von West nach Ost. Die Nord-Süd-Ausdehnung bei den Aussichtspunkten am Südrand ist nur 34 Meilen. Will man jedoch mit dem Auto zum Nordrand fahren, stehen auf einmal ca 230 Meilen an.
Abgesehen davon war der Ausblick natürlich der absolute Hammer. Der Canyon ist wirklich riesig. Die Hänge sind extrem steil. Die Aussichtspunkte sind außerdem nicht sehr gut abgesichert. Am vordersten Punkt gibt es in der Regel ein kleines bisschen Zaun, aber es gab sehr viele Möglichkeiten gewollt oder ungewollt da runter zu fallen. Verwunderlich ist, dass das nicht mehr Menschen nutzen. Vermutlich wegen der langen Anfahrt. Interessant ist die Todesstatistik auf wikipedia, die vermerkt, dass sich “nur” 47 Menschen im Canyon umgebracht haben, aber 23 Opfer von Morden wurden.
Warum habt ihr den Grand Canyon Skywalk nicht besucht? Nach Studium der Nutzkommentare zu diesem Focusartikel haben wir davon abgesehen. Grundtenor: viel zu teuer, weil Eintrittpreis von 25$ nicht reicht, sondern man muss ein Package kaufen. Glas auf dem Skywalk schon zerkratzt. Mindestens 14 Meilen richtig schlechte Straße. Nicht mal mit Navi zu finden. Das waren uns dann doch zu viele Unsicherheitsfaktoren.
Am letzten Tag haben wir das Hard Rock Cafe/Hotel/Casino besucht und auch da gegessen. Wirklich lecker. Außerdem haben wir kurz das Hofbräuhaus Las Vegas ausprobiert. Die Dirnd’l sind etwas kürzer, Bier und Bretz’n sind aber ziemlich nah am deutschen Orginal.
Abschließend möchte ich noch bemerken, dass das Bellagio und der Springbrunnen davor (halbstündliche Wasserspiele mit Musik) nicht nur für Oceans 11 Fans ein echtes Erlebnis sind.

Ach ja, und hier natürlich die lang ersehnten Bilder.

Italienisch Kochen.

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Italienisch Kochen

Nachtrag 2007

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Nun habe ich schon eine Weile nichts mehr geschrieben, deshalb noch ganz kurz ein Nachtrag zum letzten Jahr.
Ich war nach ca 5 Wochen hier das erste Mal wieder in New York. Wir haben uns einige Museen angeschaut. Leider sieht
das American Museum of Natural History gar nicht aus wie in “Nachts im Museum”. Aber interessant wars trotzdem stellenweise. Das Metropolitan Museum of Art auch zu empfehlen. Beide Museen mit empfohlenem Eintrittpreis. D.h. man zahlt, was man für richtig hält.
Den Central Park Zoo haben wir uns auch kurz angeschaut. Das war nett, allerdings auch sehr klein. Auch da hat wieder ein Film (Madagaskar) eine ganz falsche Vorstellung vermittelt.
Geschlafen haben wir im Jazz on the Park Hostel. Leider ist dieses Hostel nicht zu empfehlen. Es ist sehr billig (30$/Nacht/pP im 10 Bettzimmer), allerdings ist der Service miserabel. Die Mitarbeiter sind nicht sehr interessiert daran einem zu helfen. Die Tipps zu günstigen Jazzkneipen in der Nähe stellten sich als falsch heraus, das Wifi ist unbenutzbar langsam und die Heizung in den Räumen können nicht herunter geregelt werden: ca 38°C!

Kurz vor Weihnachten haben wir es dann endlich ausprobiert. Skifahren in den USA. In der Nähe von unserem Arbeitsort (1,5 - 2h) gibt es einige kleinere Skigebiete, die mit innerdeutschen, mittelgebirgischen Skiorten vergleichbar sind. Zu fünft haben wir uns einen Tag Skifahren gegönnt. Die zwei Gebiete JackFrost/BigBoulder haben wir gesehen und können wir empfehlen. Die beiden Gebiete gehören zusammen und bieten Skifahren von früh um 8:30 Uhr bis nachts um 22:00 Uhr dank Pistenbeleuchtung am Big Boulder. Man muss mit dem Auto ca 15 Minuten fahren um von einem zum anderen Gebiet zu kommen, LiftPass (38$ im Skishop in West Chester) und SkiAusleihgebühr (29$ pro Tag) sind aber übertragbar, d.h. man muss beides nur einmal zahlen. Wir werden es wieder tun!

Jump

Ein paar Bilder gibts noch kurz.

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Nur ca zweieinhalb Autostunden von uns entfernt liegt Washington DC. Letzen Samstag haben wir es besucht.
Es war wieder sehr kalt, aber sonnig. Da ich etwas ins Auto zurückbringen musste und die Sicherheitschecks sehr lange gedauert hatten, war ich zufällig genau in dem Moment auf der Straße, als eine lange Kolonne von schwarzen Fahrzeugen die Straße entlang gefahren kam. Auf Nachfrage gaben mir Passanten auch bereitwillig Auskunft darüber, dass es sich um keinen Geringeren als den Präsidenten selber gehandelt hatte. Auch dazu ein paar Bilder.

Wochenende: kanadisch.

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Am letzten langen Wochenende konnten wir uns eine etwas größere Entfernung vornehmen. Langes Wochenende gab es aufgrund des großen amerikanischen Feiertages Thanksgiving. Das Fest entspricht ungefähr unserem Erntedankfest und wird am 4. Donnerstag im November gefeiert. Für diesen Festtag (der einer der wichtigsten in den USA ist), nehmen viele Menschen lange Strecken in kauf, um gemeinsam mit der Familie den traditionellen, gefüllten Truthahn verspeisen zu können. Auf den Straßen und an den Flughäfen herrscht Ausnahmezustand. Dieses Jahr sollte trotz erhöhter Benzinpreise alles noch viel schlimmer kommen, kam es dann aber doch nicht. Den Tag nach Thanksgiving haben wohl so lange viele Menschen frei genommen, bis er endlich ein richtiger Feiertag geworden ist. Freitag ist der sogenannte “Black Friday” und als Shoppingtag etabliert. Für die Unternehmen ist es ein erster Stimmungsindikator für die Weihnachtssaison. Uns wurde im Vorhinein “America at its worst” prophezeit. Da wir in Kanada waren, können wir uns nur auf den Eindruck eines Kollegen verlassen: die Malls waren wirklich gerammelt voll, Schlangen vor allen Geschäften. An diesem Tag gibt es inzwischen traditionell, sehr große Rabatte (Flachbildfernseher bis zu 70%), allerdings immer nur auf eine sehr begrenzte Anzahl an Produkten. ShoppingWahnsinn in Perfektion!
Außerdem wird mit Thanksgiving die offizielle Vorweihnachtszeit eingeläutet, was für die meisten Amerikaner heißt, dass die Thanksgivingdekoration im (Vor-)Garten, die den Halloweendekowahnsinn abgelöst hat, endlich gegen die Weihnachtsdeko eingetauscht werden kann. Ein Lichterspektakel. Ich werde sicher noch Fotos davon machen.
Als Ziel für dieses Wochenende haben wir uns Toronto in Kanda ausgesucht. Praktischerweise kann man da auf dem Weg die Niagarafälle “mitnehmen”. 450 Milen, 8 Stunden Fahrtzeit laut google maps. Es waren dann ca 10 Stunden, obwohl wir ziemlich gut durchgekommen sind. Wir hatten uns sicherheitshalber den Donnerstag direkt als Reisetag ausgesucht. Hostel war günstig, und ordentlich, wirklich nah in der Innenstadt allerdings direkt neben einen TableDanceLokal. So sahen die dunklen Gestalten auch aus, die nachts davor rumgelungert haben.
Unser erster richtiger Stadttag war Freitag. Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und richtig kalt. Genau mein Wetter. Wir sind ein wenig in der Stadt umhergelaufen und haben mit dem Besuch des CN-Towers begonnen. Der Turm ist das zweithöchste freistehende Gebäude auf der Welt. Wir sind bis zum SkyPod (sprich: SKiPod :))hinaufgefahren. Auf 447 Metern die höchste Aussichtsplatform der Welt. Die Aussicht war auch einfach atemberaubend.
Auf dem ersten Aussichtsdeck ist ein Teil des Fußbodens aus Glas. Das heißt man schaut durch den Boden etwa 342 Meter nach unten. Da ich ein wenig Höhenangst habe, war das natürlich eine super Therapie-Übung für mich. Hat ca 90 Sekunden gedauert, bis ich mit beiden Füßen auf dem Glas gestanden habe. Kurz nach mir kam ein Kind auf das Glas gelaufen: “Yeah, Glasfußboden!!” und ist auf den Scheiben rumgesprungen. Das glaubste nich … :).
Der Rest des Tages war mit dem Erkunden von interessanten Stadtteilen wie Little India und Greektown gefüllt. Lustigerweise haben die da in Toronto ein paar Sachen vertauscht. Wir haben in India drei italienische Cafebars, in Little Italy (nächster Tag) nur chinesische Restaurants, und in Chinatown eine große griechische Nahrungsmittelaufnahmestelle gesehen :). Darüberhinaus mussten wir ob der Kälte oftmals bei Subway oder Starbucks eine Aufwärmpause einlegen, was aufgrund der Dichte dieser beiden Ketten überhaupt nicht schwierig war. Ich würde sogar behaupten, es gab noch mehr von beiden als McDonald’se in Zhengzhou, China.
Der zweite Tag war leider ohne richtigen Sonneschein, aber dafür nicht ganz so kalt. Wir haben Chinatown und das Universitätsviertel besucht. Abends haben wir zufällig die offizielle Eröffnung der Vorweihnachtszeit erleben dürfen. Die wird in Toronto mit der Eröffnung des Festivals Cavalcade of Lights gefeiert. Da gabs ein paar Livemusikacts und ein sehr schönes Feuerwerk .. und viele Menschen.
Am Sonntag hieß es schon wieder: den Heimweg antreten. Allerdings mit einem spannenden Zwischenstop bei den Niagarafällen.
Es war kein Probelm die Fälle zu finden und wenn man einige Meter zu Fuß in kauf nimmt (sehr unamerikanisch), dann kann man sogar einen kostenlosen Parkplatz bekommen. Die Niagarafälle sind ein sehr beeindruckendes Schauspiel. Es gibt sozusagen zwei Teile, wobei der amerikansiche etwas kleiner als der kanadische ist. Soweit wir das sehen konnten, ist es sinnvoll, sich das Ganze von der kanadischen Seite aus anzuschauen, weil man da beide Teile wunderbar im Blick hat. Interessant ist, dass die Fälle jährlich um ca 1,8 Meter durch Erosion zurückwandern. Außerdem fließen pro Sekunde (je nach Jahreszeit) zwischen 2.832 und 5.720 Kubikmeter Wasser da durch. Das ist ca das doppelte des Rheins. Dabei muss man sagen das ein großer Teil des Wassers zur Stromerzeugung umgeleitet wird. Zwei besondere Ereignisse sind unbedingt in dem Zusammenhang zu nennen:

  • Am 29. März 1848 verstummten die Fälle plötzlich. Viele Anwohner traten völlig beunruhigt aus ihren Häusern. Man konnte so schnell keine Erklärung finden und viel sahen darin ein schlimmes Vorzeichen. Das Problem war ein Sturm, der auf dem Eriesee Eisschollen in die Mündung getrieben hatte, die den Abfluß für ca 30 Stunden vollständig verstopften.
  • 1936 frohren die Niagarafälle aufgrund einer Kältewelle vollständig zu einer Eiswand.

Beinahe hätten wir einen interessanten Teil der NiagaraGeschichte nicht gesehen. Auf unserem Rückweg zum Auto entdeckten wir jedoch eine vermutlich zu 100% künstlich angelegte Vergnügungsstadt ca 300 Meter von den Fällen entfernt. Vermutlich sind die Niagarafälle, zu denen man keinen Eintritt verlangen kann, keine ausreichende Einnahmequelle, deshalb der (furchtbare) Aufriß.
Unsere Rückfahrt war auch wieder sehr entspannt. Die erwarteten Feiertagsrückkehrerstaus blieben fast vollständig aus.
Aus der Reihe “Die Amerikaner sind uns in allem voraus, außer in der Zeit”: In Kanada ist uns aufgefallen, dass es doch nicht nur an uns liegt, dass wir Schwierigkeiten haben Beschilderungen in den USA zu folgen. Die sind einfach schlecht gemacht. In Kanada eher so wie wir es gewöhnt sind. Außerdem haben die auch das metrische System. Das war alles sehr entspannend.
Bilder gibt es an der gewohnten Stelle nämlich hier.
Außerdem möchte ich gern darauf hinweisen, dass unter “http://www.iselia.de/” Daniela von ihrem Aufenthalt hier berichtet. Da wir viel gemeinsam unternehmen, ist dies eine gute Stelle um euren Eindruck zu vervollständigen. Außerdem ist sie nicht so knausrig mit den Bildern :).

Cape May und Little Las Vegas

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Für dieses Wochenende hatten wir uns die Küste von New Jersey ausgesucht. Zwei Städte haben wir besucht: Cape May und Atlantic City.
Cape May ist der älteste Küstenferienort des Landes. Es wurde bereits 1620 gegründet. Der Strand ist ziemlich breit und im Sommer wohl auch sehr voll. Im Winter findet man jedoch ziemlich gut einen Parkplatz und kann die wirklich schönen viktorianischen Häuser ohne Gedränge anschauen. Auf “jedem” Balkon steht eine Sitzgruppe mit mindestens einem Schaukelstuhl. Gemütliche Leute, obwohl es bei den Temperaturen schon wirklich ziemlich viel guten Willen braucht um, da noch draußen zu sitzen. Cape May ist interessanter Weise einer der wenigen Orte auf der Welt, an denen man Sonnenauf- sowie untergänge über dem Meer beobachten kann.
Atlantic City ist das sogenannte Las Vegas der Ostküste. Es ist kleiner als das Orginal und liegt am Meer. Die Idee ist allerdings ziemlich genau die selbe. Es gibt ca 10 große Casinos. Dabei sind große Namen wie Ceasers, Hilton und Trump. Praktischerweise haben wir unser Auto für nur 10 $ im ceaserseigenen Prakhaus lassen können.
Zwischen den Casinos am Strand kann man auf der Strandpromenade flanieren. Man kann sich da auch von einem offensichtlich auf jegliche Art Job angewiesenen Menschen in einem seltsamen Wagen herumschieben(!) lassen. Seltsame Vorstellung.
Wir wars denn nun im Casino? Habt ihr viel Geld verloren?
Wir sind als erstes natürlich ins Ceasers Casino gegangen. Nach langen beleuchteten Gängen und verschiedenen Restaurants rechts und links, traten wir in die Spielha(/ö)lle. Es ist wie im Film. Einarmige Banditen soweit das Auge reicht. Dazwischen Würfel-, Poker- und BlackJackTische, Roulette und Würfeln. Es ist etwas düster, so dass man das Gefühl hat es sei Nacht. Der Geräuschpegel der vielen Automaten ist relativ hoch. Nun ja und dann waren wir erstmal enttäuscht. Es wirkte alles etwas schäbig. Wir sind im Raucherbereich ins Casino gekommen und das hat den Unterschichteneindruck, den die Spieler auf uns machten, noch verstärkt. Die Bedinungen hatten wirklich sehr knappe Sachen an, ihre besten Zeiten aber schon lange hinter sich. Unsere Erwartungen wahren wohl von Oceans 11 und Co etwas falsch. Es sind die ohnehin schon armen Menschen, die in den Casinos ihr letztes Geld verspielen, und darin offensichtlich einen Ausweg sehen. Ein sehr trauriges Bild. Viele Rentner verspielen da als Hobby ihre Rente. Das ist nicht so traurig, sie scheinen das wirklich als Vergnügen zu sehen.
Wenn man kein Auto hat, fahren Busse aus allen größeren Städten in der Nähe zu den Busbahnhöfen, die direkt unter den Casinos gelegen sind. Gesehen haben wirs leider nicht, aber es lassen sich wohl auch regelmäßig ältere Menschen aus den Krankenhäusern mit tragbaren Sauerstoffgeräten nach Atlantic City fahren, um da etwas Geld zu investieren. Was für eine Vorstellung … Die anderen Casinos entsprachen im Großen und Ganzen dem Eindruck des ersten. Die einzige Ausnahme bildete da eindeutig das Hilton. Es hatte außer bezüglich der Halb-Playback-Live-Band doch eher den Eindruck eines Klassehotels vermittelt. Wir haben vier Casinos von innen gesehen und sind dazwischen anfangs nicht auf der Strandpromenade sondern sozusagen in der Innenstadt gelaufen. Die Casinos sind große Inseln des Kommerz und das Prunk (wenigstens von außen tadellos). Die Häuser dazwischen sind erschreckend einfach, billig und heruntergekommen. Ein Cash-for-Gold-Laden reiht sich an den nächsten. Die Gestalten die an den Ecken mit Kapuzen tief im Gesicht stehen sind so gruselig, dass wir ziemlich schnell wieder auf die Strandpromenade zurück gekehrt sind. Dieser Kontrast war wirklich krass. Währrend unseres gesamten Aufenthaltes haben wir einen Fahrradpolizisten gesehen. Das war nicht sehr beruhigend angesichts der unglaublichen Zahl von Menschen (die uns sicher nicht alle Böses wollten).
Ein Thema welches uns währrend unseres Ausfluges beschäftigt hat, ist der Zustand der Infrastruktur in den USA. Auch ich bin davon ausgegangen, dass die USA in so ziemlich allen Bereichen Spitzenreiter und “uns weit vorraus” sind. Der Eindruck den die Straßen (incl. Fahrstil), Häuser, Brücken und teilweise Cafes und sanitäre Anlagen machen, ist völlig anders. Ein spektakuläres Beispiel ereignete sich vor ca 2 Monaten mit dem Einsturz einer vollbefahrenen Brücke in Minnesota. Sicher sind die Tatsachen, dass es keinen Krieg und kompletten Wiederaufbau geben musste und die unzähligen Meilen an Straßen Gründe dafür.
Eine kleine Auswahl an Bildern gibt es natürlich wieder an der gewohnten Stelle.

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